Erdung und Kontrolle

Besonders der Elektrozaun erlangt seine Funktion durch die abschreckende Wirkung von elektrischen Impulsen. Der Elektrozaun selbst stellt nur eine geringe mechanische Barriere dar. Umso wichtiger ist die Funktion des Elektrozauns, über die man nur durch eine Kontrolle Sicherheit gewährleisten kann. Als unscheinbares Element kommt der Erdung eine sehr hohe und wichtige Bedeutung im System des Elektrozauns zu. Nur eine korrekte Erdung garantiert eine optimale Hütesicherheit.

Weitere wichtige Informationen Rund um das Thema "Erdung & Kontrolle" finden sie am Ende dieser Seite.

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1. Warum ist Erdung am Zaun so wichtig?

Die wichtigste Voraussetzung, um eine optimale Hütesicherheit sowie die volle Geräteleistung am Zaun gewährleisten zu können, ist eine saubere Erdung. Das Zaunsystem ist ein Kreislauf, in dem Strom fließt. Achtung: Der Zaun muss nicht im Kreis aufgebaut sein, um den Stromkreis zu schließen, sondern wird mit Berührung des Tieres geschlossen. Der Strom fließt also vom Weidezaungerät durch die Leiter, den Tierkörper (oder Bewuchs) über den Boden, durch die Erdpfähle an das Gerät zurück. Bei unzureichender Erdung fließt dementsprechend weniger Strom und die Abschreckwirkung auf das Tier verringert sich. Die Gefahr: Das Tier bricht aus oder kommt in den ausgezäunten Bereich.

 

2. Worauf ist bei der Bodenbeschaffenheit zu achten?

Der Boden kann einen sehr hohen Widerstand darstellen und die Hütesicherheit des Weidezaunsystems maßgeblich beeinträchtigen. Ziel ist, den Bodenwiderstand zu minimieren und das wird durch eine gute Leitfähigkeit der Böden erreicht. Feuchte Böden, immer dort wo natürliches Wasser ist und mit guter Grasnarbe begünstigen die Leitfähigkeit, während trockene Böden mit wenig Grasbewuchs eine gute Erdung schwer möglich machen.

Auch erschwerte Wetterverhältnisse wie eine Schnee- und Frostschicht kann die Erdung stark beeinträchtigen. Bei sandigem Untergrund empfiehlt es sich, einen offenen bzw. unisolierten Erdleiter mitzuführen und in regelmäßigen Abständen zu erden. Umso schlechter der Boden leitet, desto mehr Erdpfähle sollte man verwenden.

 

3. Wie erdet man einen Elektrozaun richtig?

Ein oder mehrere Erdpfähle werden mindestens 1 m tief in den Boden gesteckt, bis sie auf feuchte Erde stoßen. Bei mehren Erdpfählen hält man einen Abstand von jeweils 3 m. Dann werden die Erdpfähle mithilfe von Hochspannungskabel und über Anschlusskabel zum Elektrozaungerät verbunden. Entscheidend sind Anzahl und Tiefe der Erdpfähle: Je mehr und je tiefer desto besser. Achtung: Verwenden Sie ausschließlich verzinkte, rostfreie Materialien zur Erdung, da eine Rostschicht die Wirkung stark beeinträchtigt.

 

4. Wann und wie wird Erdung kontrolliert?

Die Zuverlässigkeit der Erdung sollte bei Inbetriebnahme der Weide im Frühjahr und in der Trockenperiode zur Sommerzeit geprüft werden. Außerdem bei Störungen im Zaun sowie nach Neuinstallation eines Weidezaungerätes. Dafür verwendet man bestimmte Messgeräte bzw. Zaunprüfer (siehe S. 98-100 im Katalog).
Der Testablauf ist wie folgt: Sie verursachen einen Kurzschluss, indem Sie ca. 100 m vom Gerät entfernt Eisenpfähle an den elektrischen Leiter stellen. Achten Sie auf einen guten Kontakt zum Leiter und schlagen Sie den Pfahl mindestens 30 cm in den Boden. Die Zaunspannung sollte nun bis auf 2000 V (bei trockenen Böden auf 1000 V) absinken.

Der Erdstab des Voltmeters wird ca. 1 m vom letzten Erdstab des Elektrozaungerätes in den Boden gesteckt und der Messkontakt auf den letzten Erdstab des Gerätes gehalten. Der Wert sollte unter 1000 V liegen. Merke: Je kleiner der Wert, desto besser. Grundsätzlich sollten Sie täglich Ihre Zaunanlage prüfen und nach Ihren Tieren schauen. Eine schriftliche Dokumentation hilft zum Nachweis Ihrer Kontrolle.

 

5. Was gibt es für Sicherheitsvorschriften?

Bei Erdung des Elektrozaungerätes ist ein Mindestabstand von 10 m zu anderen Erdungssystemen (z.B. Gebäudeerdung) einzuhalten, um ein Überschlagen der Spannung (z.B. bei Blitzeinschlag) zu vermeiden. Dieser Sicherheitsabstand ist wichtig, um die Hauserdung inklusive Wasser- und Stromleitungen nicht zu gefährden. Der Abstand der Erdung vom Weidezaungerät und des Blitzschutzes sollte ebenfalls mindestens 10 m betragen.

Durch übermäßige Spannung (wie durch einen Blitzschlag) kann das Elektrozaungerät zerstört werden, der Zaun ist nicht mehr funktionstüchtig und das Tier kann ausbrechen. Um das zu verhindern sollte man eine Blitzschutzanlage zwischen Elektrozaungerät und Zaunanlage montieren. Im Gebäudeinneren ist dies Vorschrift. Bei einer Montage außerhalb von Gebäuden gilt es als eine Empfehlung. Verwendet man ein Netzgerät ist es besonders sinnvoll, da der Strom auf das Stromnetz überschlagen kann.
Eine sog. Blitzschutzdrossel schützt das Elektrozaungerät wirksam vor Beschädigungen durch Blitzeinschlag und überhöhte Spannungen.